News – Fliegen in Zeiten von Corona

Der Sommer steht vor der Tür. Nach dem zehnwöchigen Reisestopp von März soll es bald wieder losgehen. Mit Ausnahme Spaniens und Dänemarks öffnen so gut wie alle großen Badeziele in Europa ab Juni Hotels und Strände für Sommerurlauber. Auch die Airlines rüsten sich für die Zeit nach dem totalen Lockdown.

Update vom 19.5.20

Der Sommer steht vor der Tür. Nach dem zehnwöchigen Reisestopp von März soll es bald wieder losgehen. Mit Ausnahme Spaniens und Dänemarks öffnen so gut wie alle großen Badeziele in Europa ab Juni Hotels und Strände für Sommerurlauber. Auch die Airlines rüsten sich für die Zeit nach dem totalen Lockdown. Spätestens, wenn die weltweite Reisewarnung am 14. Juni 2020 aufgehoben wird, wird auch wieder geflogen.

Die EU brütet derzeit noch über einheitliche Corona-Reiseregeln. Auch Airlines, Flughäfen und Hotels bereiten ihrerseits umfassende Sicherheitskonzepte vor. Das wichtigste Wort dabei ist „Social Distancing“. Denn allen Beteiligten geht es darum, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Designreisen sagt Ihnen, wie Fliegen in Zukunft aussehen kann und wie die Airlines die die Gesundheit der Crew und der Passagiere gewährleisten wollen.

Derzeit wird viel über die Gesundheit der Passagiere an Bord von Flugzeugen diskutiert. Als sehr sicher gilt: Im Flieger ist das Ansteckungsrisiko minimal, denn die Hochleistungspartikelfilter, mit denen die Kabinenluft ähnlich wie auf den Intensivstationen von Krankenhäusern laufend von Staub, Bakterien und Viren gereinigt wird, verhindern die Ausbreitung des Virus. Außerdem wird die Luft im Flugzeug von oben in die Kabine eingeführt und unten abgesaugt, wodurch keine horizontalen Luftströmungen entstehen. Selbst das Robert-Koch-Institut (RKI) hält das Risiko, sich im Flugzeug mit Covid-19 anzustecken für „sehr gering“.

Geht es nach der EU-Kommission, soll auf Flügen eine Maskenpflicht gelten. Eine einheitliche und verbindliche EU-Regelung gibt es derzeit jedoch noch nicht. Die exakten Vorgaben geben ohnehin die nationalen Behörden vor. Da das in Deutschland bislang noch nicht geschehen ist, haben die Airlines ihre eigenen Bestimmungen. Die meisten Fluggesellschaften haben die bereits festgelegt.

Bis vorerst 31. August müssen zum Beispiel alle Fluggäste an Bord von den Airlines der Lufthansa-Gruppe eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Masken müssen die Passagiere selbst mitbringen. Diese Regelung gilt für Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines und Eurowings. Im Sinne der Nachhaltigkeit empfiehlt die Airline wieder verwendbare Stoffmasken. „Aber auch alle anderen Arten von Bedeckungen wie zum Beispiel einfache Einwegmasken oder Schals sind natürlich möglich“, heißt es vom Konzern.

In der Business Class ist ohnehin viel Abstand zwischen den Passagieren. Die derzeitige Regelung der Lufthansa Group Airlines, den Nachbarsitz in der Economy Class und in der Premium Economy Class freizuhalten, entfällt, „da durch das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ein ausreichender Gesundheitsschutz besteht“, wie es vom Konzern heißt. Aufgrund der aktuell noch geringen Auslastung würden Sitzplätze dennoch zusätzlich möglichst weiträumig über die Kabine verteilt zugewiesen, so die Lufthansa.

Dafür wird der Kontakt zwischen Fluggast und Crew sowie zwischen Fluggast und Fluggast durch eine Reihe weiterer Maßnahmen deutlich reduziert. Der Bordverkauf ist vorerst eingestellt, der Bordservice in allen Klassen verringert. „Damit werden händische Anreichungen in großen Teilen vermieden.“ Auch gibt es keine Erfrischungstücher, Kissen und Decken mehr, der Getränkeservice ist eingeschränkt. Das À-la-carte-Dining in der Business Class auf Interkontinentalflügen wird komplett eingestellt und auf Tablett-Service umgestellt.

Zudem sollen Busfahrten der Passagiere vermieden werden. Lufthansa-Flieger docken deshalb möglichst am Terminal selber an. Die Passagiere nutzen Fluggastbrücken für den Einstieg und Ausstieg. Beim Check-in und an den Gates gibt es Tensatoren, Aufsteller und Bodenmarkierungen zur Abstandsregelung. Die Einstiegsgeschwindigkeit wird durch ein Boarding in Gruppen gesteuert. Das Boarding selbst erfolgt nur noch durch Selbstauflegen der Bordkarte durch Fluggast. Alle Lufthansa-Lounges weltweit bleiben geschlossen.

Bei Emirates werden die Sitze seit Corona vorab zugewiesen mit dem Ziel, freie Sitze zwischen Einzelreisenden und Familien zu schaffen. Zudem messen Mitarbeiter der Airline vor dem Einstieg in den Flieger, ob der Passagier Fieber hat. Das Ergebnis liegt sofort vor. Auch bei Emirates sind Gesichtsmaske und Handschuhe Pflicht. Jeder Passagier muss diese selbst mitbringen. Die Emirates-Flughafen-Lounges und Chauffeur-Dienste sind derzeit ausgesetzt. Um den Kontakt zu reduzieren, serviert das Emirates-Kabinenpersonal derzeit hygienisch vorverpackte Mahlzeiten-Kartons. Immerhin: auf einigen längeren Flügen gibt es sogar warme Snacks.

Alles ist derzeit in Bewegung, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen. An nahezu allen großen Flughäfen weltweit wurden bereits Abstandsregelungen und Schutzbarrieren eingeführt, weitere Maßnahmen sind geplant. In Dubai zum Beispiel sind auch Gesichtsmasken, Schutzhandschuhe und die Verwendung von Desinfektionsmitteln für die Hände für alle Flughafenmitarbeiter Pflicht. Für Passagiere herrscht dort ab dem Betreten des Airports und beim Boarding Maskenpflicht. Passagiere müssen sich zudem darauf einstellen, dass an Bord von Emirates ab sofort kein Handgepäck mehr in der Kabine erlaubt ist. Ausgenommen sind lediglich Laptops, Handtaschen, Brieftaschen und Baby-Zubehör. Sämtliche anderen Gepäckstücke müssen eingecheckt werden.

Überall auf der Welt wird mit Hochdruck an Schutzmaßnahmen getüftelt. Die Maßnahmen einiger Airlines gehen sogar noch viel weiter als die von Lufthansa und Emirates: Die Besatzung von Korean Air beispielsweise fliegt auf Mittel- und Langstreckenflügen mit kompletten Schutzanzügen sowie Masken, Schutzbrillen und Handschuhen. Philippine Airlines hat ebenfalls Ganzkörperanzüge für das Kabinenpersonal – in den Farben der Airline, designt vom philippinischen Modeschöpfer Edwin Tan. Und selbst diese Idee gibt es: Der italienische Flugzeugsitze-Hersteller Aviointeriors hat Sitze mit Schutzscheiben aus Plexiglas vorgestellt, die auf Kopfhöhe zwischen den Sitzen montiert werden können, um die Passagiere vor Tröpfcheninfektion durch den Sitznachbarn zu schützen. Experten gehen davon aus, dass die Maßnahmen, die derzeit rund um den Globus erarbeitet und umgesetzt werden, so lange in Kraft bleiben, bis die Menschen gegen Corona geimpft werden können. Einige Regelungen werden uns aber wohl auch darüber hinaus erhalten bleiben.