A KIND OF MAGIC

Was für ein Ort, was für ein Leben: 16 Jahre lang lebte der Kanadier John Stewart in einem Ashram in Nordindien. Ohne Strom, ohne fließendes Wasser. Heute führt er gemeinsam mit seiner Frau eines der besten Healing-Resorts Asiens. Die Corona-Pandemie begreifen beide auch als Chance.
Ihr Reisedesigner: Rabea Rall

Ich kenne die Destination und die Hotels persönlich. Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre ganz persönliche Traumreise zusammenzustellen.

Reisedesigner Telefon +49 (0)89 90 77 88 99
Reisedesigner E-Mail info@designreisen.de

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte lebte John Stewart mit wenig. Unter Anleitung eines Yogi-Meisters führte der Kanadier in Nordindien ein einfaches Dasein. Dort traf er auch seine heutige Frau Karina. Als es Stewart im Jahr 2000 gesundheitlich bedingt auf die Insel Koh Samui in Thailand zog, entdeckte er durch Zufall eine Jahrhunderte alte Felshöhle, die einst buddhistischen Mönchen als Rückzug diente. Inspiriert von diesem Kraftort entstand an gleicher Stelle 2005 das ganzheitlich orientierte Resort Kamalaya. Heute bietet das legendäre Wellness- und Healing-Resort eine Kombination aus alten asiatischen Heilmethoden kombiniert mit modernen Therapien – in Zeiten von Corona sind diese aktueller denn je. Wir sprachen mit Gründer John Stewart über die Magie dieses Ortes.

Das Kamalaya wurde auf einem Hügel errichtet, der sanft in eine Meerwasserlagune abfällt. Die Gäste sind umgeben von tropischen Pflanzen. Durch das Resort fließt ein Bach. Die einzige Musik, die man hört, ist die Musik der Natur.

 

CTP: Herr Stewart, Sie sind Kanadier. Wann verschlug es Sie nach Asien?

Stewart: Das war in den 1970er-Jahren. Damals reiste ich in den Himalaja – und blieb fast 25 Jahre lang. 16 Jahre davon lebte ich als Schüler eines großen Meisters und als Mönch in einem Ashram in Nordindien. Wir verbrachten viel Zeit damit, das Land urbar zu machen. Wir schleppten so viele Steine, dass wir quasi einen ganzen Berg versetzten. In Indien lernte ich Aufrichtigkeit, Einfachheit, Liebe, Geduld und Disziplin. 1982 begegnete ich dann Karina. Sie hatte ein Sabbatical von ihrem Studium an der Princeton University im US-Bundesstaat New Jersey genommen, um ein Meditations-Retreat zu besuchen. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Ich sagte zu meinem Meister, dass ich diese Frau heiraten werde. „Ja, das wirst du“, antwortete er mir. „Aber jetzt ist es noch zu früh.“ Elf Jahre lang blieben Karina und ich durch Briefe und Telefonate miteinander in Verbindung. Als ich Indien 1993 verließ, wurde mir gesagt: „Du weißt nicht, was du gelernt hast, wenn du nicht in die Welt hinausgehst und etwas Eigenes erschaffst.“ Ich wusste also, was ich tun musste: Ich reiste nach Amerika und hielt um Karinas Hand an. Sie war glücklicherweise Single, und wir heirateten. Gemeinsam wollten wir einen Ort schaffen, an dem wir Gesundheit und Spiritualität miteinander verbinden.

CTP: Was führte Sie am Ende nach Thailand?

Stewart: Wir zogen zuerst nach Nepal. Ich handelte mit asiatischer Kunst, Karina gründete eine Klinik in Katmandu. Sie ist Doktorin in Traditioneller Chinesischer Medizin, Kultur-Anthropologin, hat Hellerwork, eine Therapieform, die physische mit verbaler Therapie verbindet, und Cranio-Sacral-Therapie studiert und ist ausgebildete Yogalehrerin. Als ich mich im Jahr 2000 von einer schweren Krankheit auf der Insel Koh Samui in Thailand erholte, stieß ich durch Zufall auf eine Höhle mitten im Dschungel, die buddhistische Mönche über Jahrhunderte als Ort der Kontemplation genutzt hatten. Ich war tief berührt, weil sie mich an meine Zeit in Indien erinnerte. Als junger Mönch hatte ich in einer ähnlichen Höhle gelebt. Ich konnte das Gelände kaufen – so entstand das Kamalaya.

CTP: Welches ist die Idee hinter dem Kamalaya?

Stewart: Karina und ich wollten einen Ort schaffen, an dem Menschen ihre Gewohnheiten, Verantwortlichkeiten und die Ablenkungen des Alltags hinter sich lassen können und wieder zu sich selbst finden. Und einen Ort, an dem sie ihre innere Quelle für Selbstheilung und ein reicheres, gesünderes Leben entdecken können. Das ist der Gedanke hinter dem Kamalaya. Die Erkenntnis, die ich in meiner Zeit im Kloster erlangt habe, ist, dass ein einfaches Leben Einsamkeit, Depressionen und Gleichgültigkeit heilen kann. Das Kloster zeigte mir, dass man sein Glück findet, indem man anderen Menschen hilft.

Blieben elf Jahre lang durch Briefe und Telefonate miteinander in Verbindung, bevor sie heirateten: John Stewart und seine Frau Karina.

CTP: Was bedeutet „Healing“ für Sie – muss man dafür krank sein?

Stewart: Nein, natürlich nicht. Heilen heißt, anderen Menschen zu helfen, ihr Gleichgewicht wiederzufinden. In der chinesischen und in der indischen Medizin bedeutet Gesundheit, dass man ein ausgewogenes Leben führt. Und das wird auf verschiedene Weise unterstützt: durch bestimmte Heilkräfte, durch die Verbindung des Menschen mit der Natur, durch gesunde Ernährung und durch verschiedene Anwendungen. Darauf basieren auch die ganzheitlichen Therapien im Kamalaya.

CTP: Welche Rolle spielt die Ernährung bei Ihnen?

Stewart: Essen ist Medizin. Die Ernährung hat einen immensen Anteil an unserem Wohlbefinden, sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene. Was wir essen, ist relativ einfach zu kontrollieren. Gefühle zu kontrollieren funktioniert dagegen nicht so leicht. Doch durch gesunde Ernährung bewirken wir physische wie psychische Verbesserungen. Heilmethoden wie Ayurveda oder TCM sehen Nahrung als Medizin an. Im Kamalaya verbinden wir diese Philosophien mit den neuesten medizinischen Erkenntnissen.

Die Healing-Programme des Kamalaya gehen ganz individuell auf die aktuellen Fragen und Beschwerden der Gäste ein. Das macht die Therapien so erfolgreich.

Zusätzlich zu den verschiedenen Healing-Programmen des Kamalaya gibt es individuell auf jeden Gast abgestimmte Fitness – darunter auch Yoga.

Fast wie im Paradies: Die Gästevillen und die Behandlungsräume liegen auf dem Gelände verteilt zwischen tropischer Vegetation.

CTP: Wie wichtig sind Ihre „Personal Mentors“ für das Wohlergehen der Gäste?

Stewart: Wir arbeiten mit einem Team aus hervorragend ausgebildeten Mentoren. Wie ich selbst lebte jeder von ihnen mehr als zehn Jahre lang in einem Kloster. Die Lehren unserer Mentoren sind inspiriert von asiatischen Philosophien. Sie vermitteln sie jedoch auf moderne Art und gehen ganz individuell auf die aktuellen Fragen und Probleme der Gäste ein. Das macht unsere Therapien so erfolgreich. Wir helfen unseren Gästen zum Beispiel dabei, Stress besser zu bewältigen, positive Gewohnheiten zu schaffen und ihr emotionales Gleichgewicht wiederzufinden – zum Beispiel nach Trennungen, dem Verlust eines geliebten Menschen oder nach einem so einschneidenden Ereignis wie der Corona-Pandemie.

CTP: Wie hat sich die Pandemie auf Ihr Resort ausgewirkt?

Stewart: Das Kamalaya ist während des gesamten Lockdowns geöffnet geblieben. Das liegt daran, dass wir Gäste hatten, die bei uns bleiben wollten, anstatt in ihre Heimatländer zurückzukehren. Ein Paar ist sogar jetzt noch bei uns. Wir haben in der Zeit des Lockdowns auch zwei neue Wellness-Programme gestartet, die sich auf die Stärkung des Immunsystems durch Behandlungen, Therapien, Aktivitäten sowie Nahrungsergänzungsmittel und unsere preisgekrönte Küche konzentrieren. Übrigens erhielt das Kamalaya kürzlich das „Amazing Thailand Safety and Health Administration Certificate“, mit dem Hotels ausgezeichnet werden, die die vom Gesundheitsministerium herausgegebenen Hygiene-, Gesundheits- und Sauberkeitsstandards strikt einhalten, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verringern.

CTP: Warum würden Sie jemandem aus Europa raten, die weite Reise ins Kamalaya anzutreten?

Stewart: Egal, warum unsere Gäste zu uns kommen: Die meisten sagen, dass der Aufenthalt im Kamalaya sie tief berührt und ihr Leben verändert hat. Sie spüren, dass ihr Leben nach dem Besuch neu ausgerichtet ist. Erfüllter, reicher. Es ist die Kraft, die in jedem selbst liegt, die die Menschen bei uns wiedererlangen. Dazu trägt alles bei: die Gespräche und Begegnungen, die Natur, das Essen und die Kombination der besten Therapien aus Ost und West. Und natürlich der Ort, von dem eine Magie ausgeht, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Viele unserer Gäste kommen immer wieder zu uns, um das wieder zu finden, was sie im Alltag zunehmend zu verlieren glauben: sich selbst.

CTP: Welche Entwicklungen erwarten Sie in der Zeit nach Corona?

Stewart: Wir sehen in der Pandemie auch eine Chance, denn sie hat ein noch nie dagewesenes Interesse an Gesundheit geweckt. Unser Haus bietet Lösungen für diese Bedürfnisse, indem es sich auf personalisierte Wellness-Programme spezialisiert hat. Kamalaya ist das Gegenmittel gegen die Ängste in der Welt. Wir werden auch weiterhin Behandlungen, Dienstleistungen und Programme auflegen, die darauf abzielen, das Wohlbefinden unserer Gäste zu verbessern – gerade in einer Zeit der Unsicherheit und herausfordernden Veränderungen.

Aufgezeichnet von Fabian von Poser

Im Kamalaya mit seinen wunderschönen Villen gibt es auch ein ganz neues Programm namens „Enriched gut“. Es legt den Fokus auf einen gesunden Darm.

Eine Oase für Körper und Geist.